Johann Friedrich Struensee, Stadtphysikus und Armenarzt im damals vom
dänischen König regierten Altona, begleitet 1768 seinen Herrscher
Christian VII. auf dessen einjähriger Europareise. Dabei gewinnt er das
Vertrauen des psychisch labilen Königs und wird zu dessen Leibarzt
ernannt. Doch Struensee ist viel mehr als das: Gemeinsam mit Königin
Caroline Mathilde, die sich in den stattlichen, durchsetzungsfähigen
Mann verliebt, beginnt er mehr und mehr, die Staatsgeschäfte zu
übernehmen. Den großen Ideen der europäischen Aufklärung verpflichtet,
setzt er Presse- und Meinungsfreiheit durch, schafft Folter und
Leibeigenschaft ab, reformiert das Schulwesen und beschneidet die
Privilegien des Adels. Der Adel jedoch, der um Besitz und Macht
fürchtet, schaut diesem „lästerlichen Treiben“ nicht untätig zu. Der
Reformator landet schließlich vor Gericht.
Nach authentischen
Vorgängen entwirft Regisseur Arcel eine Mischung aus historischem
Politthriller, Liebesfilm und Tragödie. Das Drama um einen Mann, der
seiner Zeit um Jahrzehnte voraus war und die Ideale der Französischen
Revolution noch vor deren Beginn in Dänemark durchzusetzen versuchte,
ist zugleich eine Parabel über den Widerstreit von Fortschritt und
Reaktion. Der Film wurde an der Berlinale 2012 in der Kategorie bester Darsteller und bestes Drehbuch mit einem goldenen Bären ausgezeichnet.
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